Neubau Violine
Eine neue Geige entsteht in rund 200 Arbeitsstunden. Holzauswahl, Decken- und Bodenwölbung, Reifchen, Zargen, Schnecke – jeder Schritt ist eine Entscheidung mit klanglichen und ästhetischen Konsequenzen.
Geigenbaumeisterin in Dresden
Katharina Mann öffnet die Werkstatt: Wie entsteht eine Geige wirklich, wozu dienen die ungewöhnlichen Werkzeuge – und wo steckt im Geigenbau die gestalterische Freiheit? Fakten statt Mythen, direkt von der Werkbank.
Katharina Mann zeigt, wie Geigenbau tatsächlich funktioniert – sachlich, nachvollziehbar und ohne Werkstatt-Romantik.
Geigenbau ist ein Beruf voller präziser Entscheidungen: Welches Holz, welcher Wölbungsradius, welcher Lack – und warum? Auf dieser Seite bekommen Sie Einblick in die Werkstatt in der Alaunstraße 9 in Dresden. Nicht als Mythos, sondern als Handwerk: mit konkreten Arbeitsschritten, erklärten Werkzeugen und dem Blick auf die Stellen, an denen Gestaltung und Individualität tatsächlich entstehen. Katharina Mann ist Geigenbaumeisterin und arbeitet sowohl am Neubau von Streichinstrumenten als auch an Reparatur und Restaurierung.
Meister
Abschluss Geigenbau
Dresden
Alaunstraße 9, Neustadt
Neu & Alt
Neubau & Restaurierung
Fakten
Keine Mythen, klare Antworten
Von der Rohholzauswahl bis zur Lackpolitur – hier sehen Sie, welche Arbeiten in der Werkstatt anfallen und was dabei handwerklich und gestalterisch auf dem Spiel steht.
Eine neue Geige entsteht in rund 200 Arbeitsstunden. Holzauswahl, Decken- und Bodenwölbung, Reifchen, Zargen, Schnecke – jeder Schritt ist eine Entscheidung mit klanglichen und ästhetischen Konsequenzen.
Stimmstock setzen, Obersattel nacharbeiten, Steg anpassen: Kleine Eingriffe, die den Klang und die Spielbarkeit eines Instruments erheblich verändern. Präzision schlägt hier Aufwand.
Größere Mensuren, andere Proportionen, andere klangliche Ziele. Der Bau von Bratschen und Celli stellt eigene Anforderungen an Holzauswahl und Konstruktion – und bietet mehr Spielraum für individuelle Formgebung.
Alte Instrumente mit Rissen, Verleimungsschäden oder fehlenden Teilen wieder spielbar machen – ohne den Charakter des Originals zu überdecken. Reversibilität ist dabei kein Kompromiss, sondern Methode.
Neubehaarung, Stangenreparatur, Schraubenmechanik: Der Bogen ist kein Zubehör, sondern ein eigenständiges Instrument. Auch hier gilt: saubere Arbeit mit erklärbarem Ergebnis.
Welches Instrument passt zu Spielniveau und Körpergröße? Was steckt hinter dem Preisunterschied zwischen zwei Geigen? Fragen, die konkrete Antworten verdienen – ohne Verkaufsdruck.
Die Werkstatt ist kein Laden mit Laufkundschaft. Ein kurzer Anruf oder eine Nachricht im Voraus ist sinnvoll – dann ist Zeit für ein echtes Gespräch.
| Montag – Dienstag | 9:00 – 17:00 Uhr |
| Mittwoch | 9:00 – 13:00 Uhr |
| Donnerstag – Freitag | 9:00 – 17:00 Uhr |
| Samstag | nach Vereinbarung |
| Sonntag | geschlossen |
Für Reparaturen, Beratungen und Werkstattbesuche bitte vorher kurz melden – per Telefon oder E-Mail. So kann ich mir die nötige Zeit nehmen.
Fragen zum Instrument, zur Arbeit oder zur Werkstatt – ich antworte direkt und ohne Umwege.
Keine Standardantworten. Wenn Ihre Frage hier fehlt, schreiben Sie einfach direkt.
Eigene Frage stellenDie Decke wird aus Fichte gefertigt, der Boden und die Zargen aus Ahorn. Beide Hölzer müssen jahrelang gelagert und getrocknet sein. Entscheidend sind Jahrringbreite, Dichte und Elastizität – nicht der Preis oder die Herkunft allein. Ich wähle jedes Brett einzeln aus und erkläre gern, worauf ich dabei achte.
Rund 200 Arbeitsstunden, verteilt über mehrere Monate. Viele Arbeitsschritte erfordern Trocknungszeiten zwischen den Phasen – vor allem beim Lack. Ein Instrument, das in wenigen Wochen fertig ist, hat irgendwo Abkürzungen genommen.
Der Lack beeinflusst die Schwingfähigkeit der Holzoberfläche, schützt das Instrument und ist ein gestalterisches Element. Ob ein bestimmter Lack den Klang verbessert oder verschlechtert, hängt von Zusammensetzung und Schichtdicke ab – pauschale Antworten sind hier meistens falsch.
Viele Werkzeuge im Geigenbau sind Sonderanfertigungen oder werden selbst hergestellt – etwa gebogene Hobel für die Innenwölbung der Decke oder spezielle Kluppen zum Verleimen der Zargen. Auf dieser Seite zeige ich konkret, welches Werkzeug wofür gebraucht wird.
Ein kurzer Anruf oder eine Nachricht vorab ist sinnvoll, damit ich Zeit für eine gründliche Ersteinschätzung habe. Einfach vorbeikommen funktioniert manchmal, aber dann kann es sein, dass ich mitten in einer Arbeit stecke, die ich nicht unterbrechen kann.
An mehr Stellen als die meisten vermuten: Wölbungsform, Schneckengestaltung, Zargenbreite, Lackfarbe und -struktur, die Wahl der Holzmaserung – all das sind Entscheidungen, die ich bewusst treffe. Der Geigenbau hat Traditionen, aber keine Blaupause.